XDSL

 

 

Allgemein

Die Idee für die DSL-Technologie hatten die Telekommunikationsdienstanbieter seit über einem Jahrzehnt (sie müsste ungefähr um 1985 entstanden sein). Ursprünglich war sie als Technologie vorgesehen, die den Telekom-Unternehmen die Übertragung von Videofilmen an ihre Kunden erlauben sollte. Dieser Einsatz erfolgte jedoch nie und die Technologie musste ein paar weitere Jahre warten, bis sie durch die Nachfrage nach einer schnellen Internet-Zugangstechnik ihre Renaissance erlebte.

Arbeitsweise
Grundsätzlich ist DSL eine Breitband-Kommunikationstechnologie, die einen sehr schnellen Breitband-Zugang zum Internet und zu abgesetzten Netzen (z.B. Ihrem Büro-LAN) ermöglicht, indem sie die bereits zu den Privathaushalten bestehenden Telefonleitungen nutzt. Das Geheimnis liegt in der Benutzung von Frequenzen, die ausserhalb des für POTS (Plain Old Telephone Service) reservierten Frequenzbandes liegen –  PSTN oder ISDN gehören als normale Sprach- und Fax-Dienste in die Kategorie POTS. In der unten stehenden Abbildung ist die Einteilung von Technologien in Frequenzbereiche dargestellt.

xdsl frequency
Zwischen den Ländern sind Abweichungen in den benutzten genauen Frequenzbereichen vorhanden, so z.B. in Europa:

  • PSTN 0-4 kHz
  • ISDN 0-80 kHz (Deutschland 120 kHz)
  • ADSL 138-1100 kHz

Da xDSL ein breiteres Frequenzband benutzt das gegenwärtig auf der Kupfer-Telefonleitung von POTS beansprucht wird, kann xDSL zum Erreichen der höheren Datenraten mehr Daten codieren als sonst im begrenzten Frequenzbereich eines POTS-Netzes möglich wären.
  
Um die Frequenzen oberhalb des Sprach-Audio-Spektrums zu nutzen und auf den gleichen Telefonleitungen sowohl POTS als auch DSL-Dienste anbieten zu können, müssen an beiden Enden (d.h. bei Ihnen zu Hause und in der Zentrale (CO) des Telekom-Betreibers) spezielle Ausrüstungen installiert werden. Zusätzlich müssen, damit die versprochenen Datenraten tatsächlich erreicht werden können, an die zwischen diesen beiden Enden verlegten Kupferkabel einige Anforderungen gestellt werden, z.B. sind Bandbreiten-begrenzende Elemente zu entfernen oder zu vermeiden und die Distanz darf einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten (gegenwärtig und abhängig vom DSL-Typ ungefähr 6 km).

Das Gerät, das normalerweise bei Ihnen zu Hause installiert wird, heisst Splitter. Er wird verwendet, um die Frequenzen des Audiospektrums von den Frequenzen der xDSL-Signale zu trennen, damit Sie die Leitung weiterhin auch beim Zugriff auf das Internet für Ihre Telefonverbindungen benutzen können.



xdsl isdn

Wie bereits gesagt, wird sowohl bei Ihnen zu Hause als auch am anderen Ende (CO) ein Splitter benötigt. Ob jedoch ein Splitter bei Ihnen zu Hause eingesetzt werden muss oder nicht, hängt vom bereitgestellten xDSL-Dienst ab; so wird zum Beispiel für eine spezielle DSL-Version mit der Bezeichnung G.lite kein Splitter benötigt; wird DSL über die analoge Leitung angeboten, so ist ebenfalls kein Splitter erforderlich.

Ein Szenario ohne Splitter ist in der nachstehenden Abbildung gezeigt.



xdsl pstn



Es gibt verschiedene Formen von xDSL, wobei jede Form im Hinblick auf spezifische Ziele und Anforderungen ausgelegt wurde. Einige Formen von xDSL sind herstellerspezifisch, einige sind rein theoretische Modelle und andere sind weit verbreitete Standards. Die nachstehende Tabelle zeigt die Unterschiede in der Datenübertragungsgeschwindigkeit und der Distanz von der Zentrale (CO):

 

Typ Name Down [kbit/s] Up [kbit/s] Distanz [km]
ADSL Asymmetric Digital Subscriber Line (Full rate) 8‘192 768 5.5
Asymmetric Digital Subscriber Line (G.Lite) 1‘536 384
RADSL Rate-adaptive Asymmetric Digital Subscriber Line 8‘192 768 18.0
HDSL High Data Rate Digital Subscriber Line 2‘048 2‘048 3.5
SHDSL Single Pair High Data Rate Digital Subscriber Line 2‘048 2‘048 5.0
IDSL ISDN Digital Subscriber Line 128 128 5.0
VDSL Very High Data Rate Digital Subscriber Line 13‘260 1‘536 1.4
26‘520 2‘355 0.9
53‘040 13‘300 0.3


Die gegenwärtig am weitesten verbreitete, eingesetzte DSL-Form ist die Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL). Das grundlegende Merkmal von ADSL ist die unterschiedliche Upstream- und Downstream-Bandbreite; daher die Bezeichnung "asymmetric" (asymmetrisch oder ungleich). In der Praxis ist Bandbreite vom Betreiber zum Benutzer (Downstream) höher. Dies ist teilweise auf die Einschränkungen des Telefonkabelsystems zurückzuführen (z.B. wegen des Nahnebensprechens und der Dämpfung – sicher haben Sie beim Telefonieren schon mal ein anderes Gespräch zusätzlich zu Ihrem eigenen im Hintergrund gehört; das war Nebensprechen; jedes analoge oder digitale Signal erfährt bei der Übertragung über ein Medium eine Abschwächung (Dämpfung), die dazu führen kann, dass das Signal am fernen Ende nicht mehr wiederherzustellen oder zu erkennen ist). Ein anderer Grund für die Asymmetrie ist der Wunsch, sich an das typische Internet-Benutzungsmuster anzupassen, bei dem der grösste Teil der Daten (Programme, Grafiken; Sound und Video) vom Internet an den Benutzer gesendet wird, während in der Gegenrichtung nur ein Bruchteil der Kapazität benutzt wird (Eingaben über die Tastatur und Mausklicks). Die von DSL-Betreibern angebotenen Downstream-Geschwindigkeiten reichen von 256 kbit/s über 512 kbit/s und 768 kbit/s bis möglicherweise über 8 Mbit/s (d.h. 8192 kbit/s). Die Upstream-Geschwindigkeiten liegen typisch im Bereich von 64 kbit/s bis ungefähr 1 Mbit/s. Die Upstream-Geschwindigkeit kann für Sie wichtig sein, wenn Sie öfter Dateien von Ihrem PC aus auf einen externen Server/PC laden, z.B. beim Senden von E-Mails mit grossen Attachments.
 

Einsatzgebiete von DSL
Zuerst einmal müssen Sie Ihre Telefon- und Faxgewohnheiten nicht ändern – Sie können immer noch Ihr vorhandenes Telefon benutzen. Neu ist, dass Sie nun über eine einzige Telefonleitung ein Telefongespräch führen und gleichzeitig das Internet benutzen können (wenn Sie über einen ISDN-Anschluss verfügten, sind Sie sich dies bereits gewohnt – das ist sehr nützlich, nicht wahr?, besonders wenn jemand in Ihrem Haushalt wohnt, der online schläft ...).

Zweitens ist Ihre Verbindung ins Internet viel schneller. Wozu können Sie die schnelle Verbindung verwenden? Hier sind einige Ideen.

  • Schnellere Downloads von digitalen Daten
  • Audio in CD-Qualität
  • Web-Sites mit vielen Grafikelementen
  • Schnelleres und besseres Multimedia
  • Schnelle Spiele mit mehreren Spielern
  • Filme online ansehen (hängt von Ihrer Geschwindigkeit ab)
     

Und schliesslich bleibt Ihre Verbindung ins Internet immer offen. Was bedeutet das? Sie müssen sich nicht mehr beim Internet-Dienstanbieter einwählen, sich nicht mehr ein- und ausloggen, keine Besetztzeichen, kein Warten mehr ... Sie öffnen einfach Ihren Browser und los geht's! - Sie könnten sogar einen eigenen Web-Server installieren, auf dem Sie Ihre Web-Site speichern können.


Die Zukunft von DSL
Zusätzlich zu der bereits erwähnten höheren Geschwindigkeit wurde DSL ursprünglich als Alternative zur Übertragung von Videofilmen über Fernsehkabel in Privathaushalte entwickelt. Obwohl dieser Dienst möglicherweise von Ihrem Anbieter nicht verfügbar ist, kann es sein, dass sich dies vielleicht eines Tages ändert.

Der nächste grosse Entwicklungsschritt, über den oft gesprochen wird, ist Voice over DSL (VoDSL); es handelt sich dabei um die Möglichkeit, dass zusätzlich zu den Datendiensten mehrere "gewöhnliche" Telefonverbindungen mit Hilfe der sogenannten
VoIP-Technologie zur Verfügung gestellt werden. Diese "gewöhnliche" Telefonverbindung wird tatsächlich einen Teil der DSL-Bandbreite belegen und Ihnen die Möglichkeit bieten, gleichzeitig mehrere Telefongespräche zu führen. In diesem Fall müssen Sie lediglich einen oder mehrere gewöhnliche(n) Telefonapparat(e) (siehe die umfassende Palette von swissvoice Telefonapparaten) an die zu diesem Zweck am DSL-Modem vorhandenen Buchsen einstecken. Ob Ihnen dieser Dienst schon bald angeboten werden wird, hängt grundsätzlich vom Gleichgewicht zwischen (a) den Kosten, die dem Anbieter für die Einführung des Dienstes erwachsen, (b) dem Preis dieses Dienstes, den der Anbieter von Ihnen verlangt (z.B. Preis pro Minute) und (c) Ihrer Bereitschaft ab, für diesen Dienst zu bezahlen.

Links zu weiterer Information
Weitere Information über DSL erhalten Sie auf der Web-Site Ihres Telekom-Betreibers oder alternativen Dienstanbietern.